Ursachen für Schimmelbildung in Gebäuden

Fachleute sind sich einig: Die Ursache muss beseitigt werden, allein so bekommt man das Problem dauerhaft in den Griff!

Wenn sich kleine Schwarze Flecken auf Wänden oder Decken zeigen, sich bunte Ränder auf der Tapete  abbilden oder muffiger Geruch jedem Besucher in die Nase steigt, dann wird es höchste Zeit! Schimmelpilze gefährden die Gesundheit der Raumnutzer. Von ca. 120 Schimmelpilzarten die sich in unseren Wohnungen ansiedeln, gelten ca. 10 % als besonders GIFTIG! Auch die übrigen können Allergien und Infektionen der Atemwege und inneren Organen verursachen. Denn zuerst einmal sollte jeder Betroffene wissen: In der Regel siedeln sich Schimmelpilze immer Zusammen mit Bakterien an. Deswegen ist es richtig von einem mikrobiellem Befall zu sprechen. Auch können manche unerkannte Krankheiten auf einen verdeckten mikrobiellen Befall zurückzuführen sein.

Schimmelpilze gehören zu unserem Öko – System. Sie haben ihre Aufgaben in unserer Umwelt und gehören somit zu unserem täglichen Leben dazu. Sollte sich aber ein mikrobieller Befall in einer Wohnung einstellen, muß ein Fachmann die genaue Ursache für den Befall herausfinden.

Die Ursache genauestens zu ergründen ist deshalb wichtig, damit dem mikrobiellem Befall die Lebensgrundlagen entzogen wird. Nur so ist eine DAUERHAFTE Schadensbehebung möglich. Ein verstecken durch eine Wandvertäfelung, oder Gipskartonwände bzw. überstreichen der betroffenen Stellen ist fatal! Ein Spezialist, der Sachverständige oder speziell geschulte Fachhandwerker müssen hier zu Rate gezogen werden. Sie nehmen Proben des Schimmelpilzes und analysieren diese in Fachlaboren. Dieses Auswertung  ist wichtig. Sie gibt Aufschluß über die Gattung der Pilze und damit über eventl. gesundheitliche Belastungen, sowie die Form der Sanierung.

Bei einer Sanierung solcher belasteten Flächen sollte behutsam vorgegangen werden. Sonst kann durch unsachgemäße Vorgehensweisen das Maß der gesundheitliche Gefährdungen um ein vielfaches ansteigt. Sporen würden aufgewirbelt und verteilten sich in dem ganzen Wohnbereich. Bei besonders giftigen Spezies muss der Arbeitsbereich abgeschottet werden.

Ein schlüssiges Konzept kann durch den Sachverständigen oder Bauingenieur / Architekten erstellt werden.

Zur Erklärung nennen wir hier einige Grundlagen die zu einem mikrobiellem Befall vorhanden sein müssen:

  • Organischen Bestandteile, die dem Pilz als Nahrungsgrundlage dienen. Organische Bestandteile findet der Pilz z. B. auf Papier, Textilien, Kleistern und Holz.
  • Die Temperatur. Pilze existieren bei einer Temperatur von ungefähr +/- 0 bis + 60° C.

Der Leser wird mir Recht geben, dass diese beiden Grundlagen in jeder bewohnten Wohnung geschaffen sind.

Als dritter Bestandteil gehört dazu, dass der Schimmelpilz ein relativ hohes Maß an Feuchtigkeit benötigt. In der Hauptsache gibt es gibt vier Quellen dem Pilz diese Grundlage zu schaffen:

  1. Große Mengen an Feuchtigkeit oder Wasser können durch Rohrbrüche oder Überschwemmungen ins Haus geführt werden.
  2. Feuchtigkeit gelangt von außen durch die Gebäudehülle ins Innere, wie z. B. ungenügende horizontale oder vertikale Abdichtung am Mauerwerk, durch die Feuchtigkeit aufsteigen kann. Eine ungenügend regengeschützte Fassade, die bei Regengüssen Feuchtigkeit aufnimmt und ins Innere weiterleitet.
  3. Die Tauwasserbildung an sogenannten Wärmebrücken. Das Prinzip dieser Tauwasserbildung ist jedem von uns bekannt. Wenn wir im Sommer eine gekühlte Flasche Mineralwasser aus dem Kühlschrank nehmen und diese auf den Küchentisch stellen, bilden sich binnen weniger Sekunden eine große Menge Tauwasserperlen an der Oberfläche dieser Flasche. Das Prinzip dieses Phänomens ist folgendes: Warme Luft kann eine größere Menge an Feuchtigkeit aufnehmen als kalte Luft.  Sagen wir die Raumlufttemperatur beträgt 20° C, die relative Luftfeuchte 50%. Dann kann die Luft 8,7 gr. Feuchtigkeit als Wasserdampf tragen. Kühlt diese Luft an einer Wärmebrücke auf 10° C ab,  kann sie nur noch 4,7 gr. halten. Die Differenz, 4 gr., bleiben an der kühlen Stelle zurück.
  4. Die Restfeuchte in Neubauten: Durch den Einbau von Beton, Estrich und Putz kommen in einem massiv gebautem Haus, gut und gerne 90 ltr. pro m² an gebundem Wasser zusammen.

Man kann auch nicht behaupten es gäbe nur genau den einen oder nur den anderen Grund es sind doch mehrere Ursachen die Zusammenkommen und so in ihrer gesammtheit die Schädigung darstellen. Sie werden verstehen, dass Spektrum an Feuchtigkeitseinwirkungen ist sehr groß. Die Ursachenfindung ist eine wahre Wissenschaft und erfordert ein hohes Maß an Erfahrung und Fachkenntnis.

© Stefan Flecken

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